Sarah Maria Besgen

Sarah Maria Besgen

Allgemein

Die Lust am Sofortbild und die Arbeit mit einem Medium, das an sich schon mit dem Zauber der Vergänglichkeit behaftet ist, waren auch für mich Verheißung und Motivation, mich dieser Art der Fotografie zu verschreiben.
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich der Mensch bewegen muss, um Welt zu erfahren. Anders ausgedrückt: Man kann die Welt nur erfahren, wenn man sie erfährt. Jedes Reisen des Menschen ist ein Bemühen, unbekannte Orte aufzusuchen mit dem sofortigen Erzeugen einer neuen Sehnsucht nach dem Ort, der dazu verlassen werden muss. Diese ambivalenten Gedanken und Gefühle sind die Basis allen Unterwegsseins, der Antrieb für die Mobilität des Menschen, ein Schwanken des Wehs zwischen Heim und Ferne.

So mache ich mich auf den Weg. Es sind dabei nicht nur die ausgedehnten Reisen, die mir die Motive für meine Polaroids einbringen. Es können auch Stippvisiten bei Freunden sein, Fahrten zu Dreharbeiten oder Sehnsuchtstrips zu gezielt ausgesuchten Orten, wie Friedhöfe, industrielles Brachland, Geisterstädte. Das Prinzip Sehnsucht ist dabei sehr wahrscheinlich immer die Triebfeder meiner Unternehmungen, die nicht immer ganz angstfreie Neugierde auf etwas Unbestimmtes und Unfassbares hin. Was mir unterwegs oder am Bestimmungsort wiederfährt, ist nicht vorhersehbar, bleibt überraschend, positiv wie negativ. Zu hohe Erwartungen oder schon vorher vorgefertigte Bilder erweisen sich manchmal als Enttäuschung, nicht zuletzt torpediert durch die unberechenbare Technik des Mediums. Eine Erfahrung, die ich leidvoll machen musste und die zu der inneren Einstellung führte, die Dinge, auf sich zukommen zu lassen und die unkontrollierbaren Prozesse zu akzeptieren.

Die unvollkommenen Materialien und die zugehörigen, etwas angestoßenen Kameras sind immer reizvoll und spannend. Ich kenne zwar auch die Frustration, wenn man noch eins und noch eins der teuren Bildchen durch die Kamera jagt und nichts dabei herauskommt. Das ‚daneben stehen‘ und schließlich den Moment, wo es plötzlich gelingt und einem das Ergebnis zufällt wie ein Geschenk. … Die Fotografie ist plötzlich wieder eine magische Handlung und ein Akt der Auslieferung.

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Sarah Maria Besgen, geboren 1979 in Lammersdorf
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