Simone Geissler

Simone Geißler

Allgemein

Ich saß im parkenden Auto von meinen Eltern, am Rand eines langsam verwelkenden Blumenfeldes. Bevor wir nach Hause fuhren, wollte mein Mom noch schnell ein paar Blumen vom Feld holen.
Wir waren auf dem Heimweg vom Krankenhaus, dort hatte ich gerade erfahren, dass meine Oma an einem unheilbaren Krebs erkrankt ist.

Während meine Mom über das Blumenfeld stapfte, um noch ein paar schöne Blumen zu finden – es war ja schliesslich schon September und keine wirkliche Blumenzeit mehr – wollte ich die Zeit nutzen, um mit einer Freundin zu telefonieren. Sie hatte mich angerufen, als ich im Krankenhaus war. Nur da wollte sie nicht über das reden, was sie mir zu erzählen hatte.

Mit freudiger Erwartung wartete ich darauf ihre Stimme zu hören. Als sie ans Telefon ging merkte ich gleich das etwas nicht stimmt.

Es war an einem Montag im September, als ich erfuhr, dass Kay sich das Leben genommen hat. Er war mir ein nahestehender Mensch, der einiges in meinem Leben positiv bewegt hat.

Allein im Auto, habe ich mir die Seele aus dem Leib geschrien. Zum Glück war der Airbag vom Auto nicht so sensibel und ertrug meine Schläge tapfer.

3 Monate später ist meine Oma verstorben. Für mich war es eine unglaublich heftige Zeit und ich wusste nicht wohin mit meiner Trauer.

Nach dem Tod von Kay habe ich viel mit seiner Seele gesprochen und er hat mich dazu ermutig, wie er es schon zu Lebzeiten getan hat, einen Film umzusetzen, den ich 2008 schon geschrieben hatte. Ein Kurzfilm bei dem es um Verlust geht.
Also habe ich angefangen das Buch zu überarbeiten und aus „Träne der Leidenschaft“ wurde „ASPHYXIA – Wenn der Atem nicht mehr zum Leben reicht.“!

Am Ende habe ich mich auch dafür entschieden ASPHYXIA umzusetzen, um einen Teil dazu beitragen zu können, die Krankheit Depression zu enttabuisieren.

Es ist EINE Geschichte von vielen.

Mein Wunsch mit dem Film war es etwas zu schaffen, um Menschen zu berühren, zu bewegen und vielleicht ihnen zu helfen. Wenn ein Mensch durch den Film gerettet wird, ist mein Soll erfüllt.

Da meine Passion das Schauspiel ist und ich es als ein Geschenk sehe ein menschliches Schicksal für eine kurze Zeit sichtbar zu machen, habe ich mir für Asphyxia einen Regisseur gesucht, um die Hauptrolle der Gloria übernehmen zu können. Was eine große Herausforderung für mich war.

Einfach ist es nicht, doch habe ich mich dafür entschieden, die Steine die in meinem Weg liegen oder noch gelegt werden, zu nehmen und immer wieder etwas Schönes daraus zu bauen.

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Simone Geißler, geboren 1979 in Chemnitz
Agentur